Der Text des Volksliedes "Die Gedanken sind frei" stammt aus dem 18. Jahrhundert und ist für uns Freie Wähler von besonderer Bedeutung. Es drückt unsere Heimatverbundenheit und Unabhängigkeit aus und steht für Stolz, Mut, Zuversicht und Lebensfreude, dies unabhängig von der politischen Prägung.

Die später von Nazis ermordete Sophie Scholl spielte es ihrem im Gefängnis sitzenden Vater vor dessen Gefängniszelle auf der Blockflöte. Der Regierende Bürgermeister Ernst Reuter sang es mit hunderttausenden Berliner Bürgern als Protest gegen Blockade und Mauerbau der Sowjetunion.

In Erinnerung daran stimmen wir es auf vielen unserer Veranstaltungen an. Wir wollen weiterhin in einem Land leben, in dem wir dieses Lied furchtlos hören und singen dürfen. Dafür setzen wir uns ein.

(Marcus Baritsch)


Text in heutiger Fassung:

1. Die Gedanken sind frei,
wer kann sie erraten,
sie fliehen vorbei
wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wissen,
kein Jäger erschießen,
es bleibet dabei:
die Gedanken sind frei.

2. Ich denke, was ich will,
und was mich beglücket,
doch alles in der Still
und wie es sich schicket.
Mein Wunsch und Begehren
kann niemand verwehren,
es bleibet dabei:
die Gedanken sind frei.

3. Ich liebe den Wein,
mein Mädchen vor allen,
sie tut mir allein
am besten gefallen.
Ich bin nicht alleine
bei meinem Glas Weine,
mein Mädchen dabei:
die Gedanken sind frei.

4. Und sperrt man mich ein
im finsteren Kerker,
das alles sind rein
vergebliche Werke;
denn meine Gedanken
zerreißen die Schranken
und Mauern entzwei:
die Gedanken sind frei.

5. Drum will ich auf immer
den Sorgen entsagen
und will mich auch nimmer
mit Grillen mehr plagen.
Man kann ja im Herzen
stets lachen und scherzen
und denken dabei:
die Gedanken sind frei.